Reinecke
genannt
"Der Fuchs"
(Maître Renard)
Es war einmal……
….so fange viele Märchen an. Nun ein Märchen habe ich nicht zu erzählen, aber eine kleine Geschichte wie ich dazu kam mich von Zeit zu Zeit in den Reineke zu „verwandeln“.
Geboren wurde ich 1965 in Iserlohn, am Rande des schönen Sauerland. An den Wochenenden gingen meine Eltern sehr viel spazieren, oder wander, was den Kindern natürlich nicht immer gefiel. Also erzählte mein Vater mir die tollsten Geschichten von Raubrittern, die in den Wäldern hausten, oder Seefahrern, die ferne Länder erkundeten und dabei nicht immer zimperlich waren.
Später kam dann in der weiterführenden Schule der Geschichtsunterricht dazu.
Viele Jahre später, ich hatte da schon selber zwei kleine Kinder, las ich in der Zeitung, dass ganz in meiner Nähe, auf der Ronneburg ein historischer Weihnachtsmarkt stattfinden würde.
Also fuhren wir an einem eisigen Samstagmorgen dorthin. Es war bitterkalt und neblig. Die Sicht war so schlecht, dass man kaum 30 Meter weit schauen konnte.
Aber auf einmal erschienen vor uns sanft im Nebel die mächtigen Mauern der Burg. Feuer brannten rechts und links vor dem Tor und gewappnete Recken bewachten selbiges.
In diesem Moment, in dem man nur diese Burg schemenhaft wahrnehmen konnte, in dem man nur das Feuer roch, und das leise Klirren der Rüstungen hörte, da fühlte ich mich wirklich wie im Mittelalter. In genau diesem Moment entstand der Wunsch so etwas auch einmal zu machen. In eine andere Zeit einzutauchen, zu leben wie unsere Vorfahren.
Ich war fasziniert!
Es dauerte einige Zeit, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging. Über viele Umwege kam ich dann zu meiner ersten Gewandung, simpel in ihrer Art aber zweckdienlich. Ich lernte neue Leute kennen, die diese Art der Darstellung schon länger betrieben. So tauchte ich langsam in diese Scene der Reenactor ein. Es kam das erste Zelt, der erste Bogen und irgendwann waren auch die Lauten da.
Dann sammelten sich die ersten Gleichgesinnten aber "Heimatlosen" zu einer losen Gruppe.
Durch einen herrlichen Zufall kamen wir dann zu einem ersten, ungeplanten Auftritt.
Das Ergebnis:
Ein Spielmann, ein Herold und ein Jäger/Bogenschütze nebst Gefolge
und viel viel Spaß an der Sache.
Dieser Spaß, diese Freude ist es, die uns vielleicht von anderen Darstellern unterscheidet,
denn die Füchse versuchen immer ihre eigene Freude an ihre Gäste,
also an Euch weiterzugeben.
Was fehlte war ein Name für diese Interressengemeinschaft. Lange überlegten wir gemeinsam.
Nahezu jede Gruppe benutzt einen lateinischen Namen, das wollten wir nicht.
Wir wollten uns aus dem großen Heer der mittelalterlichen Darsteller ein wenig abheben, und das bereits durch unseren Namen.
Der Reinecke war ja bereits da, und der Beinamen "der Fuchs" auch, und da ich diese LEute irgendwie zusammengebracht hatte, lag natürlich nahe, diesen Fuchs weiter zu verwenden.
So kam es, dass wir nach vielen Nächten und einigen Humpen Metbier auf die französische Variante von "Die Füchse" kamen:
LES RENARDS
Der Name war geboren, und es ging nun gemeinschaftlich mit viel Freude und Elan daran, mit unserem Hobby anderen Menschen Freude zu bereiten
Die Resonanz darauf ist teilweise überwältigend und bereitet mir/uns sehr viel Freude und gibt mir/uns ein gutes Gefühl.
Dafür an dieser Stelle mein aufrichtiger und herzlicher Dank an alle die,
für die wir schon einmal da sein durften.
Beste Grüße und ein fröhliches
„Gehabt Euch wohl“
Euer
Reinecke

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